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IMG_6102 info-icon-20px Deckenfresko in der Frauenkapelle, Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau von Stubenberg, 1773

Unsere Liebe Frau von Stubenberg

Die Pfarrkirche Stubenberg darf sich eine alte Marienwallfahrt nennen. Der Ursprung reicht knapp 575 Jahre zurück. In einer „Chronik der Schloss- und Hofmark Stubenberg“ aus dem Jahr 1877 lesen wir: „Die Wallfahrt des Gnadenbildes Mariens in Stubenberg muss im Jahre 1442 schon bestanden haben, da (…) Stiftbriefe ausdrücklich von Unserer-lieben-Frauenaltar sprechen.“

Auf­schwung erleb­te die Wall­fahrt durch eine wun­der­ba­re Bege­ben­heit, die sich im Jahr 1716 zuge­tra­gen haben soll. Im Kur-Bai­ri­schen Geist­li­chen Kalen­der“ von 1755 ist das Gesche­hen um einen armen Sol­da­ten fest­ge­hal­ten: „… bei dem Kur­fürst­li­chen Pfleg­ge­richt Eggen­fel­den, wo er wegen Raub und Got­tes­läs­te­rung inhaf­tiert und ihm auch der Pro­zess gemacht wur­de (…) und de dato 5. und 6. Mai [1722] klar aus­ge­sagt hat: Er habe näm­lich schon im Jah­re 1716 sich in das erwähn­te Got­tes­haus [zu Stu­ben­berg] bege­ben, den Opfer­stock aus­ge­gra­ben (…), das dar­in befind­li­che Geld zu sich genom­men (…) und, gar auf unse­rer Lie­ben Frau­en-Altar hin­auf­ge­stie­gen, ja auf kecke Wei­se das mit Geld und ande­ren Sachen und Zier­de ver­se­he­ne Ange­hän­get wirk­lich geraubt. Bei Berüh­rung eines eben­falls gestif­te­ten vier­ecki­gen Talers dage­gen bog sich die Seligs­te Mut­ter Got­tes, hielt ihn bei der rech­ten Hand und sag­te: Mein Kind, was willst du hier machen?‘ Wor­auf Wee­ger mit erschro­cke­nem Gemüt auf sei­ne Knie nie­der­ge­fal­len sei und gespro­chen hat­te: Ach! Du seligs­te Mut­ter Got­tes, ich bin ein armer Mensch und muss rau­ben, weil ich nicht bet­teln darf, damit ich den Mei­nen Brot ver­schaf­fen kann!‘ Dar­auf sag­te Maria: So gehe hin und kau­fe dei­nen Kin­dern Brot, jetzt wird dir zwar nichts gesche­hen, aber inner­halb von sechs Jah­ren wirst du ent­deckt und gerich­tet wer­den. Leug­ne aber nicht, was du geraubt hast, als­dann sage dies der Geist­lich­keit, dass es offen­bar und nach Stu­ben­berg berich­tet wer­de!‘ Dies alles hat Wee­ger vor sei­ner Hin­rich­tung in Form einer Bestä­ti­gung von Mund aus ange­ge­ben und aus­drück­lich gemel­det, dass er dies alles mit einem Eid vor Gott dem Aller­höchs­ten beteu­ern kön­ne. Kurz dar­auf wur­de Wee­ger in Eggen­fel­den erhängt.“

Soweit der Bericht über die berühm­tes­te wun­der­ba­re Begebenheit.

Pfar­rer Anton Käser (Pfar­rer in Stu­ben­berg um das Jahr 1755) hat ein Mira­kel­buch mit ins­ge­samt 96 wun­der­ba­ren Bege­ben­hei­ten ver­fasst, wel­ches aber lei­der nicht mehr auf­find­bar ist. Auch vie­le Votiv­ga­ben und ‑bil­der, die noch zu Beginn des 19. Jahr­hun­derts die Frau­en­ka­pel­le schmück­ten, sind verschwunden. 

Geblie­ben ist die Frau­en­ka­pel­le, ein Par­al­lel­bau zum Kir­chen­schiff, die das Gna­den­bild, eine Mari­en­sta­tue mit dem Jesus­kna­ben, beher­bergt, und deren Decken­ge­mäl­de unter ande­rem die 15 Gesätz­chen des freu­den­rei­chen, schmerz­haf­ten und glor­rei­chen Rosen­kran­zes zeigen. 

Bis heu­te besteht zudem die soge­nann­te Kreu­zer­mess­bru­der­schaft“. Die Mit­glie­der zah­len einen jähr­li­chen Bei­trag (ursprüng­lich einen Kreu­zer, daher der Name) und dafür wird nach deren Able­ben jeweils ein hei­li­ges Amt gelesen. 

Im Stu­ben­ber­ger Lie­der­buch“ aus dem 19. Jahr­hun­dert ist unter ande­rem ein Gesang zu Maria im Stu­ben­berg“ ent­hal­ten, der nun auf die Lour­des-Melo­die“ gesun­gen zu einem fes­ten und lieb gewor­de­nen Bestand­teil unse­rer Fati­ma­ta­ge gewor­den ist. In die­sem Lied, das eine Brü­cke zur Bot­schaft von Fati­ma schlägt, heißt es: Du bist ja die Zuflucht der Sün­der all­samm‘, wann’s ihre Sünd‘ beich­ten und rufen Dich an.“

Auf, wir zie­hen hin­auf zum Berg des HERRN…”

Jes 2,3